Dienstag, 31. Dezember 2013

Wunderkerze

An Silvester macht man eine Wunderkerze an und denkt an schöne, vergangene Momente. An das kommende Jahr. An (nicht) gefasste Vorsätze.
Eine Wunderkerze für die Menschen, die still sein können.
Eine Wunderkerze für die Freunde, die da sind. Die nicht alleine lassen.
Eine Wunderkerze für die Menschen, die helfen ohne Hintergedanken. Ohne zu Fragen und ohne zu erwarten
Eine Wunderkerze für die Menschen, die verstehen ohne Worte.
Eine Wunderkerze für die Menschen, denen das Interpretieren von Worten ein Fremdwort ist. Die Menschen, die verstehen was gesagt wurde.
Eine Wunderkerze für alle kranken Menschen. Die, die kämpfen und nicht aufgeben.
Eine Wunderkerze an mich. Weil ich lebe und es gut machen möchte.
Eine Wunderkerze an die Freunde, die lehren ohne weh zu tun.

Mittwoch, 25. Dezember 2013

2014



2013 war kein gutes Jahr. Vielleicht war es das doch und es zeigt sich erst später- wer weiß.
Ehrlich gesagt bin ich froh, dass es zuende ist. Wobei das natürlich unsinniges Denken ist- wieso sollte sich ab Mittwoch etwas ändern? Vielleicht, weil man einen Zeitpunkt braucht, an dem man konsequenter an etwas arbeitet.
2013 war das Jahr der Verluste. Gewollt und ungewollt sind mir wichtige Menschen aus meinem Leben verschwunden. Das zu verarbeiten war oftmals sehr schwer, hat mich Tage und Wochen Nachdenken gekostet. Die Gründe waren oft subtil – ich konnte sie oft verstehen und wusste auch darum, dass nicht ich als Person der Grund war sondern äußere Umstände- trotzdem hatte ich den Anspruch an mich, eine gute Freundin zu sein und den Eindruck, das in den Fällen nicht geschafft zu haben.
Den Anspruch hatte ich glaube ich zu oft an mich gestellt. Ab 2014 werde ich wohl verstehen, dass ich nicht allmächtig und für jeden verfügbar sein kann.
Gelernt habe ich, dass es nicht mehr *in* ist, „Danke“ für Komplimente, schöne Dinge oder Geschenke zu sagen. Sich über Komplimente zu freuen und dies zu zeigen. Normal scheint, über schöne Dinge hinwegzusehen und zu ignorieren. Ob ich das allerdings übernehmen werde in 2014 bezweifle ich.
Dienstlich war 2013 ein hartes Jahr. Mein Job macht mir Spaß, so dass ich den Stress und die Arbeit oft gar nicht als solches wahrgenommen habe. Trotzdem weiß ich für 2014, dass dieser Stress nicht mehr so aufkommen wird.
Mein Ehrenamt macht mir wieder Spaß. Nach drei Jahren Pause habe ich wieder Freude an der Arbeit. In 2014 hoffe ich, wie früher wieder dabei zu sein.
Manchmal bin ich ein komischer Mensch. Innerlich böse und schwach – äußerlich die nette, starke, hilfsbereite Frau. Ob ich meine Meinung im nächsten Jahr- wohl verpackt- öfter kundtue weiß ich noch nicht. Versuchen werde ich es auf jeden Fall.
Alkohol, Drogen, Sex- das bleibt wie es war. Hier braucht es keine Änderung. Nicht in diesem, nicht im nächsten und schon gar nicht in den folgenden Jahren.
Was ich nicht ändern werde, ist für die Menschen eine gute Freundin zu sein, die es verdient haben. Die zu mir stehen wenn ich es brauche, mir zuhören und mich halten. Die Menschen, die ich jederzeit anrufen kann, die Menschen, die auch dann Zeit haben, wenn sie genervt sind, im Stress oder beim Einkaufen. Die Menschen, die wissen, was Freundschaft bedeutet.
Für Euch bin ich dankbar. Sehr sogar.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Winter

Eiskalte Hände berührten ihr Gesicht. Sie streichelten über ihren Hals den Rücken hinunter bis in die Zehen. Schaudernd zog sie ihren Schal an, zog die Mütze tief in die Stirn und vergrub die Hände in den warmen Taschen ihres Wintermantels. Mit der plötzlich eintretenden Wärme kamen weiße Bälle durch die nicht verdeckten Ritzen auf ihre Haut. Nass gruben sie sich einen Weg hinter den Schal und den Körper hinab. Immer schärfer wurden die Geschütze. Wie Messerstiche trafen sie zielgerichtet die nicht geschützten Stellen. Die rettenden Lichter des warmen Hauses zogen sie aus der unwirtlichen Jahreszeit in warme Hände. Frühling, wie vermisse ich dich.

Samstag, 23. November 2013

Abschluss

Nächste Woche ist der erste Advent. Ich habe die Kiste noch nicht herausgeholt, die die Dinge verbirgt, die für einige Wochen den Frieden in meine vier Wände bringen soll. Warum? Weil es mir nicht danach ist. Weniger noch als in den letzten Jahren.
Nächste Woche werde ich hektisch die Kiste hervorholen und alles Weihnachtlich gestalten. Weil dann die Stimmung überschwappt, der erste Weihnachtsmarktbesucht gewesenist. Die Zeit bis zum Ende des Jahres verrinnt.
Ob ich mir etwas vorgenommen habe? Nachdem ich dieses Jahr mit Genuß aus meinem Kopf streichen werde wird es auch ohne irgendwelcher Vorsätze nur besser werden können.
Wenn ich es jetzt noch schaffe, die ein oder andere Charaktereingenschaft von mir einzudämmen-

Dann wird es ein gutes Jahr. Und darauf freue ich mich. 

Montag, 21. Oktober 2013

20 Fakten über mich

Noch so ein Stöckchen, das mich erreicht hat. Etwas schwerer ist es, dies zu beantworten- da keine Fragen vorhanden sind. 20 Fakten über mich. Ich wüsste 1000ende- aber so auf Anhieb... Keine.

1. Ich bin empathisch veranlagt. Zu sehr. Nicht, dass es mir ständig gesagt wird- ich weiß es sogar selber. Da ich außerdem

2. im innersten meines Herzens sehr faul bin, wird das auch so bleiben.

3. Meistens bin ich gerne alleine. Ich liege auf dem Sofa oder sitze in der Küche am Laptop und spiele. Mafia. Nebenbei twitter ich. Wenn ich dann müde bin, lege ich mich in mein Bett und

4. lese Krimis mit Leidenschaft. Ich liebe Bücher, von denen ich nicht ablassen kann. Auch gerne bis in die frühen Morgenstunden- selbst wenn ich arbeiten gehen muss. Stephen King ist für mich einer der Wunderautoren. Kaum ein Buch, das schlecht ist. Neben meinem Bett stapeln sich geliehene und gekaufte Bücher die noch gelesen werden wollen- aber der Herbst und der Winter sind lang. Ach- und ich liebe den Duft von Büchern. Von neuen, von alten, von gebrauchten Büchern. Das wird mich demnach nie dazu bringen, einen Kindle o.ä. anzuschaffen. Ich lese überall. Im Bus, im Auto, in der Bahn, in der Wanne- überall.

5. Diesen Spruch meiner Eltern "Wer feiern kann, kann auch arbeiten" habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Ich mag auch mal krankfeiern, aber NIE wenn es daran liegt, dass ich aufgrund meiner Freizeit zu wenig geschlafen habe. Das ist ein NO-GO für mich.

6. In meinem Haus gibt es ein Zimmer, dass ich höchtens 3 mal im Jahr betrete. Ideen, was aus diesem Raum werden könnte, habe ich genug. Aber ich gehe nicht rein.

7. Die Sendung "Frauentausch" regt mich auf. Nein, nicht nur, dass ich sie für absolut überflüssig halte- sie REGT MICH AUF. Ich bekomme Magenkrämpfe wenn ich mir das anschaue. Deshalb lasse ich es auch. Meistens.

8. Ich spiele Flöte. C - und F-Flöte. Sehr gerne aber leider immer weniger. Eine Zeitlang habe ich in einem kleinen Ensemble gespielt, aber die Zeit reicht leider gar nicht mehr dafür. Wahrscheinlich die Lust auch nicht.

9. Ich liebe es, mit offenem Fenster im Auto laut Musik zu hören und mitzusingen. Ich glaube, bei der Lautstärke hört man auch nicht, dass ich falsch singe. Sind Mitfahrer im Auto, singe ich NIE mit.

10. Mir können Menschen egal werden. Das ist erschreckend. Meist über Nacht.Trotzdem bleibe ich dann nett und freundlich und versuche zu erklären- siehe Punkt 1

11. Ich verliebe mich immer in die Falschen. Die Falschen verlieben sich immer in mich.

12. Ich finde Mütter, die ihr Mutterdasein als Beruf bezeichnen, unmöglich

13. Wenn ich eine Reanimation im Rettungswagen habe, bin ich immer sehr froh, schnell von der Einsatzstelle wegzukommen. Ich ertrage diese Trauer nicht.

14. Am Liebsten esse ich alles was ungesund ist und dick macht.

15. Menschen, die sich alles aus der Nase ziehen lassen, finde ich anstrengend. Gespräche mit ihnen vermeide ich.

16. Wenn ich einmal ein paar Millionen Euro gewinnen werde, wird das kein Problem für mich sein. Jahrelange Tagträume und Nachtträume als Millionär haben mich schon gelehrt, wie man damit umgeht.

17. Konsequenz ist ein Fremdwort für mich. Muss es immer wieder ergoogeln.

18. Ich hasse falsche deutsche Rechtschreibung. Leider kategorisiere ich Menschen auch im Internet danach.

19. Wenn ihr wüsstet, was ich manchmal denke und mache, ihr würdet mit den Ohren schlackern

20. Ich habe Muskelkater im linken Arm vom Akten- aus- dem- Schrank- holen. Das erzähle ich aber niemanden.

Ich bin froh, dass es nicht mehr als 20 Punkte sind. Alles was nun noch kommen würde wäre nicht gut für euch. Und für mich.

Das Stöckchen schmeisse ich blind hinter mich. Wer es fängt, möge es bitte behalten :)

Samstag, 19. Oktober 2013

Stöckchen

Ich war so vorsichtig.... aber Johannes hat mich getroffen. Obwohl ich wirklich flink, geschmeidig und wendig bin, ich bin dem nicht entkommen. Ein Stöckchen. Und nicht so, wie ich es mir erwünscht hätte, mit Fragen wie "Was ist deine Lieblingsfarbe" oder "Welchen Wochentag magst du am Liebsten"... nein, ich muss auch noch nachdenken. Und überlegen, wie ich der Wahrheit so nah wie möglich komme ohne allzuviel zu verraten - ihr kennt das!

Fangen wir mal an:
  1. Was ist deine Mei­nung zum Berlin/Bonn-Gesetz?Zweigeteilt. Zunächst einmal bin ich sowieso der Meinung, dass der ganze Regierungsumzug nicht im mindesten hätte sein müssen. Aber da wir ja anscheinend genügend Gelder zu verschleudern haben- wieso nicht...
    Dass Berlin wieder Bundeshauptstadt wird nach der Wiedervereinigung, war ja bereits im Grundgesetz verankert- demnach also keine Frage. Wieso aber musste der Umzug sein? Es funktioniert durchaus auch in anderen Ländern und Kontinenten mit der Zweiteilung von Hauptstadt und Regierungssitz.
    Meiner Meinung nach war Bonn ja ein wirklich gemütliches Bundesdörfchen. Mit Hilfe der uns nun zustehenden Ausgleichsgelder hat Bonn es geschafft, zu einer durchaus respektablen Telekom und UN - Stadt zu werden. Leider leben wir hier wie das kleine gallische Dörfchen... sehr umzingelt nicht nur vom wunderschönen Grün sondern auch vom streng konservativen und unflexiblen Denken. Das hindert uns, modern zu wirken. 
  2. Hast du der­zeit ein Ehren­amt? Oder sogar meh­rere? Welche(s)? Warum?Jetzt habe ich aber zweimal schauen müssen- wieso will man wissen, ob ich einen EHEMANN habe? Aber nein, es geht um das Ehrenamt.
    Ja, ich habe eines. Oder zwei?
    Seit nunmehr 5 Jahren bin ich Schöffe in der großen Jugendschutzkammer im Landgericht Bonn. Jährlich werden mir 12 Termine (meist einer im Monat) mitgeteilt, bei denen ich in den dann anliegenden Strafverfahren als Schöffe beisitze. Zum Schöffe wurde ich, da mein Arbeitgeber mich im Landgericht vorgeschlagen und ich dort ausgewählt wurde. Das Amt ist spannend und abwechslungsreich- ich bin gespannt, ob ich für weitere fünf Jahre ausgewählt werde.
    Das zweite ist kein Ehrenamt aber ich bin ehrenamtlich tätig. Zählt das auch? Während meines Studiums habe ich - aus Frust wegen der hohen Anzahl der Wartesemester bei einem Medizinstudium- beim Deutschen Roten Kreuz meinen Rettungsassistenten gemacht und bin seit dieser Zeit ehrenamtlich bei der Hilfsorganisation tätig.

  3. Wie ist dein Ver­hält­nis zum Telefonieren?Ich hab da so eine ganz tolle App, die mir sagt, wieviel Prozent im Vergleich zu allem anderen, was ich mit meinem Smartphone mache, telefonieren ist.
    Erstaunliche 6,24 Stunden habe ich bei einer Nutzzeit von 180 Stunden telefoniert.
    Telefonieren ist nicht so meines. Oder sagen wir so: Nicht mit jedem. Die kurzen "Wann/Wo" Absprachen sind ok- aber telefonieren um zu erzählen- das kann ich nur mit wenigen lieben Menschen. Dann allerdings kann ich es auch etwas länger, so dass ich letztendlich auf die stolzen 6 Stunden komme!
  4. Was ist deine Ein­stel­lung zur Femen-Bewe­gung?
    Hach ja. Wenns hilft. Ich brauch keine Frauenbewegung  - ich hab Bewegung genug. Aber bitte: Wenn es denn den Ukrainerinnen (heissen die so?) hilft, oben-ohne Proteste gegen den Sexismus zu starten- gerne. Meinen Segen haben sie.
  5. Hei­ra­ten: Eine über­holte Tra­di­tion, ein schö­ner Lie­bes­be­weis, ein läs­ti­ges Muss oder was?Ich gebe gerne zu: Ich bin sehr konservativ. Heiraten darf sein wenn es passt, und WENN man heiratet, dann bitte mit allem was dazugehört. Ob es hält und ob es fürs Leben ist... das weiß man nicht. Aber es auszuprobieren- wieso nicht? Ich freue mich für jedes Paar.
  6. Schätze mal bitte: Wie viel Pro­zent dei­ner Freunde und Bekann­ten kennst du aus den fol­gen­den sozia­len Umfeldern:
    1. Von der Aus­bil­dung, Schule, Uni etc.?                                                10%
    2. Aus der Arbeit?                                                                                    15%                        :
    3. Über das Internet?                                 :                                              10%
    4. Über dei­nen Partner/deine Part­ne­rin? (Auch: ehe­ma­lige Partner.)        5%
    5. Wo ganz anders her?                                                                             60%
  7. Wel­che Erklä­rung hast du für die Ver­tei­lung in der vor­he­ri­gen Frage?Erklärung? Es ist halt so. Nach der Uni hat sich alles verteilt. Mit ein paar Wenigen habe ich noch Kontakt- aber mehr als 10% meiner Freunde und Bekannten wird das nicht sein
    Aus der Arbeit kenne ich schon einige- und habe auch mit einigen privaten Kontakt. Es ist nicht so die Masse- aber doch etwas mehr als aus der Uni- demnach auch eine höhere Prozentzahl.
    Das Internet... ich bin da sehr vorsichtig. Bis vor kurzem war es sehr sehr wenig, durch die Ironblogger wird es mehr- aber es ist tatsächlich nicht viel. Die paar Menschen, die ich im Internet kennengelernt habe und mit denen ich auch außerhalb des Internets Kontakt halte, sind mir sehr wichtig und lieb.
    Über meine(n) ehemaligen Partner kenne ich höchstens 2 - wohl basierend auch aus der Tatsache, dass man bereits vorher gemeinsame Bekannte hatte. Geringer Anteil also.
    Die Masse macht definitiv mein Ehrenamt aus. Hier lerne ich die meisten Menschen kennen und habe auch die meisten Freunde und Bekannten.
  8. Wor­aus besteht dein Früh­stück an einem typi­schen Wochentag?Meist versuche ich sehr früh im Dienst zu sein um eine halbe -3/4 Stunde den Flur für mich alleine zu haben. Die erste Tasse Kaffee genieße ich vor dem PC mit den angesammelten Emails. Richtig Frühstücken fällt manchmal aus- da sich der Tag nicht immer vorplanen lässt- aber wenn es geht, dann nehme ich mir im Laufe des Vormittages die Zeit für ein Brötchen mit Frischkäse und Lachschinken, Marmelade oder Käse. Wenn ich ganz viel Lust habe, dann auch gerne ein Müsli mit frischem Obst.
  9. Hast du eine oder meh­rere Zeit­schrif­ten abon­niert? Wel­che, seit wann und warum?Den Bonner Generalanzeiger, mittlerweile allerdings nur noch die Wochenendausgabe. Seit ich lesen kann glaube ich ^^- und warum? Weil Zeitungen einfach ein anderes Lesegefühl bieten als das Internet. Um das zu genießen brauche ich Wochenende, deshalb nur noch die Wochenendausgabe.
  10. E plu­ri­bus unum“, wie ein gewis­ser Karl-Theodor Frhr. zu Gut­ten­berg in sei­ner her­vor­ra­gen­den Dok­tor­ar­beit geschrie­ben hat. Sind die „Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Europa“, also eine EU nach USA-Vorbild, dei­ner Mei­nung nach eine rea­li­sier­bare Vision? Oder kann Europa nie­mals eine Nation mit einer Zen­tral­re­gie­rung und eige­ner Ver­fas­sung wer­den? Warum?Ob es das werden kann oder nicht vermag ich nicht zu beurteilen. Dafür habe ich wohl das falsche studiert und gelernt. Ich kann aber sagen, was ich in meinem laienhaften Kopf davon denke:
    Ich möchte das nicht. Kurz gesagt. Es ist abgekupfert und wird nie so werden wie in den USA. Lasst uns unser Europa sein so wie es jetzt ist. Mit seinen vielfältigen Staaten, den vielfältigen und so unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Eigenheiten. Jeder Staat für sich aber gemeinsam in eine Richtung.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Personalentwicklung

Manchmal muss mir einfach die Hutschnur platzen, wenn ich denn einen Hut mit einer solchen tragen würde.
So eine verantwortungsvolle Aufgabe, die die Bundesregierung auf die Landesregierung auf die Bezirksregierung auf die Städte und Gemeinden überträgt.
Heimaufsicht.
Kurz und knapp: "Die Würde, Interessen und die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in Betreuungseinrichtungen zu schützen und die Einhaltung der dem Betreiber ihnen gegenüber obliegenden Pflichten und ihre Rechte zu sichern."
Richtig. Da kann man alles reinpacken. Genau das wird auch gemacht.
Grundsätzlich auch eine löbliche Idee, eine durchaus ehrenvolle Aufgabe und - in meinem Fall- auch mit viel Stolz erledigt aaaaaaber...

Kann man die Würde, Interessen.... (s.o.) für die Bewohner, Mitarbeiter und Betreiber von 40 Alten- und Pflegeeinrichtungen, 34 Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Alternativen Wohnformen, Bauberatungen, Schließungen, bald auch ambulante Pflegeeinrichtungen, betreuten Wohneinheiten und und und
mit VIER Mitarbeitern durchführen?

Wieviele Probleme derzeit in der Pflege bestehen weiß jeder- wir sollen es richten. Gerne. Wie?

Langsam drückt es in meinem Magen.. man kommt zu keinem Ergebnis- wenn ein Problem gelöst wurde, wachsen fünf neue Probleme. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Vielleicht hilft es, das einfach mal hier loszuwerden und weiterzumachen. Wie immer.

Samstag, 5. Oktober 2013

Das Spiel mit den alten Menschen

Drei Heimschließungen drohen in Bonn. Zwei davon betreffen Alten- und Pflegeeinrichtungen. Bei beiden Schließungen ist der grundsätzliche Gedanke, die Einrichtung zu schließen, vollkommen legitim und aus wirtschaftlicher Sicht in einem Fall auch angebracht - aber in beiden Fällen wird die Durchführung auf dem Rücken der dort lebenden Bewohner ausgeführt.
Eine Einrichtung in welcher Menschen- egal wie alt und wieso- leben, muss eine Schließung nicht nur aus betriebswirtschaftlicher und vertragsrechtlicher Sicht ordnungsgemäß durchführen- gerade hier ist die soziale Komponente die erste Priorität- meiner Meinung nach.
Wenn es um Geld geht, werden hochrangige Geschäftsmänner zu Kleinkindern und spielen Krieg auf dem Rücken der wehrlosen Bewohner und der ratlosen Angehörigen.
Wenn das nicht funktioniert, werden die Behörden eingeschaltet und versucht, hier die Schuld und die Arbeit abzuwälzen. Arbeit haben wir damit nun genug- Abends, am Feiertag und an den Wochenenden. Schade nur, dass hier die Anerkennung nicht einmal schriftlich an den Oberbürgermeister weitergegeben wird- immerhin sind auch wir Menschen, die ihre Freizeit dafür geben, dass Niemand - wie auch immer- leiden muss und schnellstmöglich wieder den letzten Lebensabschnitt genießen kann. Ja! Freizeit! - Die unzähligen "Wir kommen vorbei und beruhigen"- Einsätze werden nicht bezahlt.

Ein Lob hier aber auch an die Presse, die, informiert durch Angehörige, dieses Thema durchaus ernst nehmen und versuchen, die problematischen Kleinkriege öffentlich zu machen.

Mittwoch, 25. September 2013

Bundestagswahl aus Laiensicht

Auf keinen Fall möchte ich hier politisieren- nein, ich möchte einfach nur einmal aufschreiben, was mir aufgefallen ist. Vielleicht absolut naiv- das mag sein- aber es hat mich gestört.
Zunächst finde ich es toll, dass die Wahlbeteiligung wieder gestiegen ist. Sicherlich sind die sozialen Netzwerke- ob Twitter oder Facebook oder  Google+ - mit daran beteiligt, dass die Bundestagswahl im Besonderen, aber auch jede andere Wahl, transparenter und *fassbarer* gestaltet wird. Die Wahlmüdigkeit ist hoffentlich vorbei!
Vor der Wahl hat man tatsächlich so viele Eindrücke aller Parteien gewinnen können, dass fehlendes Wissen zumindest bei den Nutzern der sozialen Netzwerke nicht Grund für eine Wahlverweigerung sein konnte. Bis hierhin alles toll.
Dann kam das Wahlergebnis. Ein großer Aufschrei überrollte Twitter... noch einmal 4 Jahre "Mutti". Man musste förmlich davon ausgehen, dass zumindest Twitter durchgängig nicht die CDU gewählt hat. Bekennende "Schwarzwähler" wurden *ausgebuht*. Wofür? Knapp 42 Prozent der wahlberechtigten Wähler haben die CDU als stärkste Partei gewählt. Genauso wie die FDP nun nicht mehr im Bundestag vertreten ist. Das ist Wählerwille. Da wir in einer Demokratie leben, ist diesem Wählerwillen nachzukommen, dabei ist es vollkommen unerheblich, ob ICH diesen Willen ebenso gehabt habe oder nicht. Ist es so schwer, zu akzeptieren, dass es nunmal so ist? Dass eine rot-rot-grüne Regierung ebenso wie eine schwarz-gelbe Regierung NICHT gewählt wurde? Wie es ausgeht, wie die nächsten vier Jahre werden, ob wir dann immer noch (un)zufrieden sind- das wird sich zeigen.
Wichtig ist mir, dass man das Wahlergebnis zunächst akzeptiert und jeder gewählten Regierung- egal wie sie aussehen wird- die Chance gibt, sich zu bewähren.

Samstag, 21. September 2013

Schöffe

Das Schöffenamt ist ein Ehrenamt - in meinem Fall in der großen Jugendkammer des Landgerichtes in Bonn. Vorgeschlagen durch den Arbeitgeber wurde ich für fünf Jahre in das Schöffenamt gewählt und besuche seitdem durchschnittlich 12 Verhandlungs(tage) im Landgericht als *Richter*.
Einen (hauptamtlichen) Richter befragt, ob die Schöffen im Verfahren nicht eigentlich störend wirken sagte er: "Nein. Als Richter mit tagtäglicher Begutachtung und Bewertung von Fällen, die entweder Leben kaputt gemacht haben oder aber bei falscher Beurteilung dazu führen können, dass Menschenleben kaputt gemacht werden, wird man stumpfsinnig. Man sieht oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und ist froh, von Laienseite wieder auf den Weg zurück gebracht zu werden"
Dafür muss man vielleicht wissen, dass bei der Urteilsfindung die Stimme des Schöffen genauso viel wert ist wie die Stimme der anwesenden hauptamtlichen Richter.
Ein schweres Amt. Nicht, weil man zu einem Urteil kommen muss: Die Richter haben einen Spielraum, der den Schöffen erklärt wird - innerhalb dieses Spielraumes wird immer ein Urteil gefunden.
Wohl aber, weil man der Verhandlung beiwohnt. Den oder der Angeklagten in die Augen schauen muss, mit ihnen reden muss und neutral bleiben soll- bis zur Urteilsfindung.
Sehr schwer, wenn es sich dann um Anklagen bei schweren sexuellem Mißbrauch von Kindern handelt. Hier immer ruhig zu bleiben und dabei ohne Tränen in den Augen den Aussagen der Kinder zuzuhören- da ist es eine tiefe Befriedigung, am Tage der Urteilsverkündung zu merken, dass man am längeren Hebel sitzt. Das Recht etwas wert ist.
Ich würde dieses Amt sofort noch einmal ausüben - wenn ich gewählt werden sollte, denn ich sehe es als eine Ehre an, im Zweifel auch für den Angeklagten sprechen zu dürfen.

Samstag, 14. September 2013

Die Geschichte die mir nie passiert.

"Oh Gott wie schrecklich, ich bedauere dich, aber MIR wird das sicher nie passieren". Wie oft hatte ich den Gedanken.

Anfang des Jahres erzählte mir eine Freundin (eine RL-Freundin), dass sie über Twitter jemanden kennen gelernt habe, der schwer krank wäre aber die Krankheit gut im Griff habe. Sie selber ist Krankenschwester und im Medizinproduktegeschäft tätig. Immer wieder erzählte sie mir von dem "Chris" (= @HCOMagic) und seinen Freund "Pali"- bis ich ihnen auch über Twitter folgte. Viel wurde nicht geschrieben. Ab und an kam eine Mention von mir oder von den Beiden. Irgendwann- irgendwie- ich weiß wirklich nicht mehr wann, wie und wieso, schrieb ich mit "Pali" (=@SpecialPL) DMs. Ich glaube, es war ein Tweet von mir, zu welchem er eine Nachfrage hatte.
Aus dieser einen DM wurde ein regelmäßiger DM-Kontakt. Pali erzählte mir von seinem Partner Chris, dass er krank wäre, damals noch in Aachen- dass er in eine Klinik käme. Er erzählte, dass Chris einen internen Herzschrittmacher hätte, dass er ein Spenderherz habe, welches aber nicht so gut angenommen wird, dass er keine Nieren mehr hätte und nun auf eine Spenderniere hoffe. Wohl gemerkt- es wurde nur erzählt- es wurde nichts erwartet von mir- weder Hilfe noch Geld noch sonst etwas. Ich habe das Erzählte kommentiert, versucht Mut zu machen um für den Partner da zu sein. Pali erzählte, Chris habe eine blöde Vergangenheit gehabt, er habe einen Partner gehabt der ihn schlecht behandelt habe, habe dann ein Medizinstudium begonnen in Hamburg aber habe dieses abbrechen müssen wegen der Erkrankungen.
Chris selber habe er während einer Kur im Januar kennen - und lieben gelernt. Nun wäre Chris bei ihm in Aachen. Im Laufe des Frühsommers ging es Chris schlechter, Pali meinte, die Mama von Chris würde ihn wohl jetzt wieder nach Hamburg (da kommt Chris her) holen - so geschah es auch. Chris wurde in Hamburg in der Uniklinik medizinsch behandelt- dort, wo er und seine medizinische Vorgeschichte bekannt ist. Pali erzählte, dass die Mama von Chris schon einige Nahtoderlebnisse mit ihrem Sohn gehabt habe und nun sehr aufgeregt wäre. (Bisher für mich alles schlüssig und absolut verständlich- ohne Grund, an dem Gesagten zu zweifeln). Pali nahm Urlaub und besuchte seinen Partner in Hamburg. Während meines Sommerurlaubes war ich auch für einen Tag in Hamburg mit einigen Freunden. Pali wusste das nicht. Er schrieb mir dann über Twitter, dass er fertig wäre, mal Abstand von Chris brauche für einen Tag und er überlege, einfach durch HH zu schlendern. Ich schrieb zurück, dass ich mit Freunden in HH wäre und man sich sehr gerne treffen könnte- Plötzlich war allerdings da eine Einladung von Chris Schwester, zu der man unbedingt musste. Ich fand es seltsam aber es war mir persönlich egal- ich wollte meinen Tag dort genießen. Das war Anfang August. Pali fuhr einige Tage später wieder zurück nach Aachen, um die Wohnung aufzulösen, er hat - wie er erzählt hat- in Hamburg einen Job als Physiotherapeut gefunden und konnte eine Wohnung von Chris Eltern anmieten. Ende August ging es Chris immer schlechter. Pali machte sich immer mehr Sorgen und beschloss, nach HH zu reisen. Dort angekommen. besuchte er Chris im Krankenhaus und erzählte, dass Chris auf Lungenentzündung behandelt würde, aber wohl noch mehr nicht in Ordnung wäre. Pali regte auf, dass Chris sowohl Schmerzmittel als auch Beatmung nicht zuließ, mit der Begründung "Wenn mein Körper nicht mehr will, will meine Seele auch nicht mehr". Die Dialyse würde er allerdings gestatten. Ich habe versucht, die für mich verständliche "Patientenverfügung" von Chris Pali zu erklären, aber er war für mich ein überzeugt trauernder, psychisch vollkommen fertiger Partner. Er schrieb täglich davon, dass es schlechter würde, eines Morgens dann, dass er verstorben wäre. Daraufhin entwarf ich meinen Blogeintrag über die Organspende - da ich der Überzeugung war, dass eine Spende Chris vielleicht geholfen hätte.

Als ich fragte wann Chris gestorben wäre- sagte er: "Ich schlief". Etwas später meinte er, er wäre dabei gewesen, wusste aber nicht mehr wann "Ich schau ja nicht auf die Uhr". Ich schob das auf den sicherlich depressiven Pali. Das war am 3.9.
Einäscherung sollte am 9.9., Beerdigung am 10.9. sein. Pali ist nach eigener Erzählung nicht zur Beerdigung gegangen, da er zusammengebrochen sei. Mittlerweile folgte ich auch der Schwester von Chris, @MDI_SW - hatte aber keinerlei Kontakt zu ihr (wieso auch).
Pali schrieb mir dann am ich glaube 12.9., dass er alle Tabletten genommen habe die er noch hätte. Ich wusste nicht was tun und habe dann der Schwester eine DM geschrieben, sie möge bitte zu Pali fahren er bräuche Hilfe. Sie reagierte verspätet, (erst nachdem ich mit Pali nicht mehr schriebe, kam eine Antwort von ihr) sagte, sie würde bei ihren Eltern anrufen, dort wäre Pali. Keine 4 Minuten später schrieb Pali mir: "Du hast Michelle Bescheid gesagt!". Das wunderte mich, denn er hatte nun andere Probleme, war wohl auch nicht alleine, da ja bei den Eltern von Chris. Laut Pali wurde er von Chris Vater in die Klinik gefahren, wäre nun in Behandlung und ihm ginge es so schlecht. Aber Twittern geht?
Vorgestern wurde Pali von seinem Vater in HH abgeholt und mit nach Hause genommen. Gestern erzählte Pali mir, dass er nun in die Tagesklinik käme und keine Tabletten mehr bekomme. (Beides fand ich komisch denn: Er hatte einen Selbstmordversuch hinter sich, ist NICHT in der Klinik in Aachen- bekommt KEINE Tabletten und hat einen Platz in einer TAGESklinik- wo er in der Psychiatrie besser aufgehoben wäre).
Irgendwann wollte ich ihn darauf mal ansprechen, habe aber in meinem RL zuviel zu tun gehabt, dass ich einfach nicht dazu kam.

Heute dann dieser Tweet von @Betruegerin (die sich noch einmal bei mir gemeldet hat- der Nick wurde wohl von den ganzen Fakes als Spam gemeldet und gesperrt, aber die Website existiert noch. Inhalt: "Hallo,  HCOMagic ist ein Fake. Hinter dem angeblichen Christian Wagner steckt eine 29-jährige Frau" Bisher war mir der vollständige Name von Chris nicht bekannt gewesen.
Dieser Tweet ging an fast alle Follower von HCOMagic- ein anderslautender Tweet an die Fake-Accounts. Dort stand in etwa: "Jetzt hast du ihn sterben lassen - wer wird nun kommen"
So einen Tweet hat auch SpecialPL bekommen. Ich fragte ihn über DM was das solle und wer das wäre. Keine Antwort. Ich fragte, ob er tatsächlich ein Fake wäre (jajaja, blöde Frage ich weiß) - Antwort: Wie kommst du darauf? Dann schrieb ich ihm dass ich seine Reaktion komisch fände. Der trauernde Partner, die Schwester - keiner reagiert auf den Tweet?. Antwort: Anwalt ist informiert. Inzwischen habe ich über eine Freundin erfahren, dass Chris mit seinen Handynummern online war. Komischerweise am Tage der Beerdigung und auch an den folgenden Tagen. Ich hätte ja für vieles Verständnis, nicht aber dass man mit dem Handy eines Toten (das wohl die Eltern dann haben) am TAGE DER BEERDIGUNG in Whatsapp geht... Also habe ich Pali gefragt. Minuten später waren er und die anderen Nicknamen gelöscht, ebenso alle DM.

Die Website von @Betruegerin: http://betruegerin.de.tl/  Hier wird die Geschichte der 29-jährigen,  bereits verurteilten Frau erzählt.
Der neue Nickname ist: @ZfMarcel.
Die Verurteilte Dame, welche alle Nicks als Fake betrieb- und noch einige betreibt, heißt Julia Wegener. Auf FB hat sie zwei Accounts. Bilder des Urteils sind unter dem Nicknamen @ZfMarcel zu finden.

Wie ich eben erfahren habe, sind auch @Mali_Angelique und @Dana_Muldvarp angebliche Fakenicks. Mali_Angelique hat in ihren Tweets oft berichtet, dass sie so "eng" mit Chris ist, twittert Videos von "ihren" Liedern, Bilder von ihrem "ersten Treffen" auf dem man nichts erkennen kann- auf meine Frage, ob sie ihn persönlich gekannt hat, schreibt sie: Er hat mir nie gefolgt. Definitiv eine Lüge.
@ZfMarcel hat beide auf ihre "Vergangenheit" mit "Chris" angesprochen und so aufdecken können, dass auch hier nicht alles koscher ist. Da beide Nicks jedoch nicht gelöscht sind, ist es hier unklar, was diese "Zusammenhänge" bedeuten.
Definitiv ein Fakenick ist @DanniWeiss_MD, welcher auf Facebook Tobias Jung heißt (auch ein Fakeeintrag von der besagten Dame) und lediglich eine Berufsschule besuchte- nicht Assistenzarzt ist.
 

Im Nachhinein fallen mir viele Kleinigkeiten ein, die mich hätten stutzig machen können. KÖNNEN- aber nicht haben. Zum Glück ist für mich weder finanzieller noch emotionaler Schaden entstanden, aber viele Twitterer haben sehr engen Konktakt zu @HCOMagic gehabt, ihm seine Krankengeschichte geglaubt und ehrlich getrauert, als er "starb". 

Eine Mahnung an mich, vorsichtiger zu sein, ein Appell an euch, aufzupassen.

Nachtrag: Auf Instagram gibt es "Chris" ebenfalls: x_c_h_r_i_s_x
Der Account ist (noch) nicht gelöscht- auch hier: KEIN EINZIGES Foto von Chris und Pali -die doch seit Monaten unzertrennliche Partner waren. 

Kunst!Rasen. Die Saison

Schön war´s. Die Konzertreihe auf dem Kunst!Rasen in Bonn.
Obwohl es vielerlei Streitereien um die Lärmbelästigung seitens der Anwohner gab hat es lediglich zum Ausfall eines Konzertes geführt, Serotronic and Friends, so dass heute das letzte Konzert starten kann.
Nicht verstanden habe ich das Aufstellen des Zirkuszeltes "Kunstpalast" mitten in der heißen Phase des Sommers. Unvergessen das wirklich phänomenale La Brass Banda Konzert bei 38 Grad Außentemperatur und gefühlten 70 Grad im Zelt. Die Stimmung war so bombig- das hätte man gut auch auf dem zum Ende der Konzertreihe sowieso verkleinerten Außengelände stattfinden lassen können.
Die Mischung der Angebote- vom "Classic Picknick", "The Wagner Project" über "Heino" und "Santiano" bis hin zu "Deichkind" hat dazu geführt, dass alle Altersklassen angesprochen wurden.
Selbst das Speisen- und Getränkeangebot im Kunst!Garten konnte sich sehen lassen. Cocktails, Flushs, Kaffee sowie Bier, Wein und Softtrinks wurden zu moderaten Preisen ebenso angeboten wie Salate, Nudelgerichte, Grillgerichte, gefüllte Baguettes und die obligatorischen Fritten mit Currywurst. Die allerdings waren mit 6,50 Euro teurer als am Düsseldorfer Flughafen. Ein kleiner Minuspunkt. 
Nach vielen Konzerten wurde im Kunst!Garten auf einer kleinen Bühne ein After-Show Programm angeboten. Bei dem meist guten sommerlichen Wetter konnte man so noch lange nach dem Konzert die Eindrücke bei einem Cocktail (oder Bier...) einwirken lassen.
Ein weiterer Pluspunkt: Kinderbetreuung wurde im Kunst!Garten während des Konzertes angeboten. Neben Hüpfburg und Spielplatz waren Betreuer vor Ort, welche sich gegen ein kleines Entgeld um die abgegebenen Sprösslinge kümmerten.
Schade, dass einige Eltern, welche dieses Angebot nicht annahmen, vergaßen, dass die Lärmbelästigung für die Kinderohren nicht so leicht zu verkraften ist. Einige Eltern hatten immerhin an Kopfhörer für die Kleinen gedacht.

Für das Publikum, welches sich die Karten für die Konzerte nicht leisten wollte oder konnte,  gab der See eine gute Zuhörerlocation. Mit Decken, Stühlen und Picknick versammelten sich dort jeden Abend viele Neugierige, welche über den Sound auch dort nicht klagen konnten. Wie ich mitbekommen hatte, wurden Restkarten nach Beginn der jeweiligen Konzerte auch an die dort sitzenden Zuhörer weitergegeben.


Fazit: Ich freue mich auf das nächste Jahr und hoffe auf eine mindestens genauso schöne Saison.

Mittwoch, 4. September 2013

Aus gegebenem Anlass

Über Monate ist man im Kontakt mit der Person über Twitter. Man erfährt- durch die Tweets und später durch DM- einiges über das Leben des *Gegenübers*. Erfährt, dass die Person ein Medizinstudium begonnen hatte- der Traum dieses Twitterers. Der Traum wurde beendet, weil das Leben ihm einen Strich durch die Rechnung machte: Eine Vielzahl von Krankheiten stellten sich ein. Einige Erkrankungen lebensgefährlich aber händelbar. Alle Erkrankungen zusammen ergaben einen Mix, der ein normales Weiterleben nicht ermöglichte. Ein Spenderherz wurde gefunden. Die Nieren versagten und mussten entfernt werden. Auf Spendernieren wurde gehofft.
Tapfer hat er seine Krankheiten ertragen, oftmals auf seinen Körper nicht gehört, weil man doch jung ist. Leben will. Nicht krank sein will. Genießen will. Nicht ständig bei Ärzten oder in Krankenhäusern sitzen möchte. LEBEN!
Am Wochenende kam er wieder ins Krankenhaus. Seinem Partner gab er zu verstehen, dass er keine Hilfsmittel (Beatmung etc.) möchte. Wenn sein Körper nicht mehr kann und will, dann würde seine Seele es auch nicht mehr schaffen. Harte Worte für die Familie. Harte Worte für den Partner. harte Worte für ihn selber. Ehrliche Worte. Wir hofften. Bangten. Sein Körper hat nicht mitgemacht, seine Seele hat aufgegeben.
In der letzten Nacht ist er verstorben. Mit 25 Jahren.

Solange wir ihn im Herzen behalten, wird seine Seele weiterleben. Mehr können wir nicht mehr machen.

Für alle anderen könnten wir etwas machen: ORGANSPENDE
Bitte, nehmt euch die Zeit, euch zu informieren, eine Spenderausweis auszufüllen und mit euch zu tragen. Ich kann versichern, dass man nicht "schneller" für Tod erklärt wird, wenn man einen solchen Ausweis besitzt- im Gegenteil, die Kontrolle ist noch engmaschiger.

Ich kann euch außerdem versichern, dass eure Seele nicht gespendet wird. Sie bleibt in den Herzen eurer Lieben.

Organspende rettet Leben!

Sonntag, 11. August 2013

Hommage an Bonn

Ich liebe meine Stadt.

Jedes einzelne Schlagloch ist mir ans Herz gewachsen- werden sie doch nie ausgebessert.
Jede Baustelle ist eine Herausforderung- ist doch nie wirklich erkennbar, wann Straßen, Autobahnen, Bahnschranken gesperrt werden.
Jedes Projekt im Rat ist spannend- wohlwissend, dass es auch nach Jahren noch nicht fertig diskutiert ist.
Jede Festivität ist ein Abklatsch der Feste in Köln- aber immer ein wenig heimeliger. Kleiner. Netter.
Es werden Denkmäler gesetzt, wenn ein Buchladen schließt. Wer hat sowas schon?
Egal von wo man nach Bonn hineinfährt- man fährt durch Grün. Grün - so ist meine Stadt.
Wenn es in Bonn schneit, fallen die Schneeschieber aus. Egal. Wir schaffen das, wir sind ja schließlich BONN. Und wir schaffen es auch!
Das Nachtleben in Bonn ist nicht laut, schrill, bunt. Es ist gemütlich, versteckt.
Wenn wir etwas als "neu" feiern, ist es meist schon oldfashioned. Das macht es noch schöner.
Unsere Prominenten schämen sich- im Gegensatz zu manchem Politiker- nicht ihrer Herkunft aus Bonn. Sie wohnen immer noch hier. 
Wir sind die Bundesrepublik. Naja. Das Grundgesetz. Hier wurde es verkündet, hier entstand die Demokratie. Im übrigen gegen die Stimmen des bayrischen Landtages.
In den Hauptstadtzeiten passierte nicht viel. Die Demonstrationen waren in der Masse friedlich, Terroranschläge können an einer Hand abgezählt werden, wir sind zu versteckt.
Wir haben keinen schwarzen Freitag, Montag, Mittelfingermittwoch oder sonstwasDonnerstag. Wir sind Bonn.
Bonn besteht aus vielen Dörfern, die aufgrund der Bestimmung zur Hauptstadt im Laufe der Zeit eingemeindet wurden. Auch heute noch merkt man dieses Dorfleben in jedem Vorort von Bonn. Jeder Stadtteil kann mit mindestens einem Junggesellenverein, Schützenverein oder Sportverein dienen.
Rund um Bonn ist der Rhein-Sieg-Kreis- und damit der uns nicht zu nahe kommt, haben wir den Kottenforst um uns gelegt. Naja, fast. Aber in ein paar Jahrhunderten hat er uns eingeschlossen. Dann sind wir das kleine gallische Dorf, dass alles ganz anders macht. Besser. Schöner.
Bonn.
City.
Ville.
Ich liebe es. 

Montag, 29. Juli 2013

Mein erstes Mal

Nachdem ich meine Erste-Hilfe Ausbildung im DRK absolviert hatte, stand mir der Sinn nach mehr Ausbildung. Wollte ich doch ursprünglich immer Medizin und nicht Recht studieren - also wieso nicht zumindestens im Rettungsdienst die Ausbildung neben dem Studium mitnehmen, die geboten wird. Nach dem Sanitätslehrgang und der Prüfung zum Rettungshelfer durfte man den Bluttransporter fahren. Ein VW Passat- mit Sonderrechtsanlage- der das Blut oder Schnellschnitte (Gewebeentnahmen zur Untersuchung auf Krebs), manchmal auch Arme oder Beine von einem Krankenhaus ins andere transportierte. Da es sich meist um Blut für bereits im OP befindliche Menschen handelte bzw. die Schnellschnitte ebenfalls noch während einer OP untersucht werden mussten, waren die meisten Fahrten mit Sonderrechten. Gerade die DRK´ler, welche auf dem Weg waren, später Krankentransportwagen oder Rettungswagen zu fahren, sollten diese Arbeit erledigen, damit die Fahrten mit Sonderrechten geübt werden konnten, ohne Patienten zu gefährden. Eine dieser Fahrten hat mich sogar einmal in die Tagesschau gebracht, da ich einen Konvoi mit dem Bundeskanzler durchqueren musste :)
Eines Tages, die übliche Fahrt mit Sonderrechten (!) ins Koblenzer Bundeswehrkrankenhaus stand an- wurde ich an einer Bushaltestelle von einigen Passanten zur Seite gewunken. Mit den Worten "Endlich kommt Jemand" wurde ich zu einer am Boden liegenden Person geführt. Mir lief der Schweiß in Strömen. Ich war NICHTS. Ich war ein etwas besser ausgebildeter Sanitäter, der die Praxisausbildung noch vor sich hatte. Nun hatte jedoch die Aufmachung des VW-Passats den Passanten den Eindruck vermittelt, es handele sich um den Notarzt. Egal- irgend etwas musste ich aus dieser Situation machen- schließlich vertrauten mir die handvoll Menschen an der Bushaltestelle.
Das immer wieder einstudierte Schema "Auffinden einer Person" spiegelte sich vor meinem Augen. In der Hoffnung, dass es sich nur um einen Betrunkenen handelt, kniete ich mich nieder und begann die *Arbeit*. Leider, leider hatte diese Person weder Puls noch Atmung- ich musste reanimieren. Mein erstes Mal. Alleine. Kurz bevor ich anfing, hörte ich bereits die Sirenen der herankommenden *echten* Retter- der von den Passanten gerufene Rettungswagen nebst Notarzt. Nicht einen ganzen Zyklus musste ich alleine reanimieren- aber es hat mir gereicht, mir stundenlang Gedanken darüber zu machen, ob es tatsächlich der richtige Weg für mich ist.
Er war es definitiv. Meine Ausbildung zum Rettungsassistenten habe ich neben dem Studium fertig bekommen, bis heute fahre ich gerne RTW und habe mittlerweile schon einige Reanimationen hinter mich gebracht.

Das erste Mal allerdings, das werde ich nie vergessen.

Sonntag, 28. Juli 2013

KUNST

Bonn ist in diesem Sommer voller Kunst.
Kunst!Rasen, Kunst!Palast, Kunst!Garten. Leider muss ich ehrlich gestehen, dass mir noch nicht so richtig klar geworden ist, wieso wir soviel KUNST brauchen:

Kunst!Rasen: Der Teil der Rheinaue (hinter dem Motorschiffchensee), eingezäunt, integrierter Biergarten- große Bühne und Freifläche für bis zu 10000 Besucher. Von Juni bis Mitte Juli haben hier eine Vielzahl von Konzerten stattgefunden - auch bestuhlte Konzerte wie zum Beispiel Carmina Burana oder auch Zazz und Katie Melua. (Bei Zazz bin ich mir allerdings nicht mehr sicher, ob es bestuhlt war - es hat so sehr geregnet)
Die Preise sind happig- für uns Bonner fast unvorstellbar, für eine Konzertkarte die NICHT für Rihanna ist, bis zu 80 Euro oder mehr auszugeben. Ein kleiner Minuspunkt. Die Akkustik ist klasse- und wer sich die Karte für das Konzert nicht leisten kann, setzt sich an den Motorbötchensee und lauscht der Musik von der Ferne :) Eines MEINER Höhepunkte auf dem Kunst!Rasen war definitiv Santana. Obwohl fast ausverkauft hat sich - nachdem sich im vorderen Bereich vor der Bühne alles knubbelte- im hinteren Bereich noch gut Platz gefunden um sich auszubreiten. Die Bühne ist, dank der Größe und dank der Leinwände, auch von ganz hinten gut zu sehen.

Kunst!Palast. Mitten im Hochsommer- im Juli - wird ein großes Zirkuszelt aufgestellt- der Kunst!Palast. Mitten auf dem Kunst!Rasen. Konzerte finden nun nur noch im Zelt statt. Logisch, es wird ja auch kälter im Sommer. Nicht nur, dass die Akkustik miserabel ist... die Temperaturen sind es auch. Für euch getestet: LaBrassBanda. Während draußen erfrischende 32 Grad herrschten, tropfte im Zelt bei gefühlten 70 Grad Celsius das Wasser von der Decke. Ohne sich zu bewegen- Atmen reichte- strömte der Schweiß jedem aus allen Poren. Dies tat bei dieser Gruppe der Laune und dem Erlebnis nichts ab- es war toll- aber wie viel schöner wäre es gewesen, dies in der frischen Luft auf der großen Bühne erleben zu dürfen. 1800 Menschen unter einem Zirkusdach sind doch einfach zu viel!
Dagegen war das BonnBeat - Festival - trotz noch höherer Temperaturen in der *frischen* Luft- nicht so schlimm. Lediglich 450 verkaufte Karten ließen das Zelt sehr groß und sehr leer wirken. Die Akkustik war auch hier vor dem Zelt wesentlich besser- was die Zuschauer auch zu würdigen wussten und sich zum Teil mehr außerhalb als innerhalb der Zeltwände aufhielten.
Vielleicht verstehe ich den Sinn dieses Zeltes irgend wann einmal- oder aber das Zelt verschwindet im nächsten Jahr ohne dass jemand ihm nachtrauert.

Kunst!Garten: Neu gelernt: Der Kunst!Garten ist der Biergarten innerhalb des Kunst!Rasens. Hier gibt es eine relativ kleine Bühne, auf der nach größeren Konzerten AfterShow - Partys laufen. Sozusagen ein Biergarten mit Musik.
Während der Konzerte des Kunst!Palastes ist der Eingangsbereich des Kunst!Rasens nach hinten verlegt, so dass man auch ohne Eintrittskarte den Kunst!Garten betreten kann.

Bis in den September hinein werden die Konzerte noch laufen. Definitiv eine gute Alternative zu den Museumsmeilenkonzerten - wenn auch einiges noch fehlt: Regen- oder Sonnenschutz.

Sonntag, 21. Juli 2013

Kein Blogeintrag

Da ist er. Der Druck, wöchentlich einen Blogpost zu schreiben. Aber was schreiben? Von den  Kölner Lichtern? Toller Abend, viele Menschen, tolle Geschichte rund um das Feuerwerk (Traumfänger), tolle Musik. Ja. Und zwei Stunden Heimreise weil ganz Köln auf den Beinen ist.

Oder schreibe ich von meiner Hornhautverletzung? Die Schmerzen? Die stundenlange Wartezeit in der Augenklinik bei gefühlten 50 Grad im Schatten?

Schreibe ich über das Wetter? Wie ich mich fühle? Dass ich den Sommer mag, die Temperaturen liebe, es toll finde, dass es Nachts kalt wird?

Oder über meinen Dienst, der in den letzten zwei Wochen so stressig war, dass ich kaum zum twittern geschweige denn zum bloggen kam?

Ich könnte auch von den Konzerten auf dem Kunst!Rasen berichten, die ich gesehen habe. Zazz, Bap, Deep Purple, Katie Melua, Santana. Ich könnte aber auch warten, bis alle anderen Konzerte vorbei sind und alles gesammelt schreiben.

Ihr seht, es ist einfach unmöglich für mich, derzeit einen Blogeintrag zu schreiben. Es geht einfach nicht :(

Dienstag, 9. Juli 2013

Das Ende #Alice

Montag war der große Tag. Sandra alias @Alicevanwunder ist nun aus dem Gefängnis, entlassen mit Hilfe und Spenden von immerhin 150 Twitterern. Ohne meine Spende.
Schön.
Man könnte meinen, das Thema wäre nun gegessen. Aber nein, eine unbedachte Äußerung - sprich Tweet- , welcher wohl vor ihrem Gefängnisaufenthalt geschrieben aber nicht abgesendet wurde, brachte einige viele Menschen dazu, wieder eine Art Shitstorm loszutreten.
Mich hat es nur noch ermüdet. Den Nutzen der Tweets, die Menschen kaputt machen sollen, werde ich nicht verstehen. Möchte ich auch nicht. Beweist es nicht Stärke, sich seinen Teil zu denken, vielleicht auch zu äußern und dann im weiteren Verlauf das Thema zu beenden? So manch ein Straftäter (Hoeneß?!) hätte so etwas auch verdient- wenn man es nüchtern betrachtet- aber das ist zu uninteressant? Weil es zu eine starke Persönlichkeit ist?

Sie hat *DANKE* gesagt- was soll sie noch tun? Wenn ich jemanden für ein falsches oder ungenügendes Wort denke, verbal in den Boden treten zu müssen, dann sollte ich meine Erwartungen kommunizieren. Vielleicht werden sie erfüllt. Vielleicht auch nicht.

Ich hoffe, ein zum Glück winziger Teil meiner TL hat sich beruhigt und kann nun wieder seinem eigenen Leben folgen. Würde mich freuen.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Shitstorm

Ich rege mich auf. Eigentlich (was für ein doofes Wort) habe ich überhaupt keine Zeit, mich jetzt hier hinzusetzen und einen Blogeintrag zu schreiben, aber "eigentlich" möchte ich meine Meinung trotzdem loswerden.
Auslöser dieses Eintrages ist der Blogeintrag von @arschhaarzopf
Nachdem ich den Blogeintrag gelesen hatte, kamen mir folgende Gedanken:
- Unschuldig wird sie nicht sein
- Sie wird wissen, wieso sie im Gefängnis sitzt
- Ihre Schuld oder Unschuld wird bei einem abgeschlossenen Verfahren (=Urteil) wohl ermittelt worden sein von kompetenten Personen
- Sie wird lange genug vorher Zeit gehabt haben, das Geld aufzutreiben- AUCH bei ihren Freunden
- Schön, dass es Menschen gibt, die sich für Freunde einsetzen
- Twitter ist nicht die richtige Plattform dafür
- Oh, das wird einen Shitstorm geben
- Christian ist selbstbewusst genug, das auszuhalten.

Für mich war klar, dass ich definitiv keinen Cent spenden werde. Aus rein pragmatischen Gründen: Ich habe eine Treppe im Haus die repariert werde muss aber kein Geld dafür. Also spare ich mir die Spende für die Renovierung meines Hauses und den Kauf eines neuen Autos, da meines wohl in den nächsten (hoffentlich noch so lange...) Monaten kaputt sein wird. Ich habe einen Job, für den ich hart arbeite aber eben nicht so viel Gehalt bekomme, dass ich etwas davon abgeben könnte. Abgeben- Ja: Für Menschen, die ich persönlich kenne. Und für meine Familie. Es wird von mir nicht verlangt meine Nichtspende zu rechtfertigen, also lassen wir das.
Unabhängig davon ist Strafe das richtige Mittel, konsequent ein Rechtssystem aufrecht zu erhalten.

Nungut. Aber wieso muss man da einen Shitstorm verursachen? Kann man nicht einfach seine Meinung haben, eventuell sie als Kommentar unter den Blogeintrag hinterlassen und dann es dabei gut sein lassen? Seit heute früh ist meine Timeline voll von Nonmentions, die zum Teil richtig böse sind. Wieso macht man das? Wieso lässt man nicht den Mitmenschen Mitmensch sein? Muss man andere Twitterer wirklich versuchen kaputt zu machen- so lange nieder"twittern" bis sie sich entweder aggressiv verhalten, sich löschen oder - und das wollen wohl alle - heulend vor Reumut ihre Tweets nur noch mit dem Satz *Ihr habt ja alle so Recht* beginnen?

Manchmal denke ich, ich bin zu naiv für dieses #Neuland.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Alt. Krank. Pflegebedürftig.

Es trifft uns alle einmal- das Altwerden, das Krankwerden, die Pflegebedürftigkeit. Einen dieser Zustände werden wir erleben dürfen. Vorsorge ist die eine Sache- nur... wenn es uns oder andere trifft wollen wir für uns oder für nahe Angehörige die bestmögliche Entscheidung treffen. Was ist gut? Was ist richtig? Welche Erfahrungen haben andere Menschen mit denselben / ähnlichen Krankheiten gemacht?
Grundsätzlich gibt es viele Internetportale, die uns helfen sollen, die richtige Entscheidung zu treffen.
Als Beispiel sei hier www.pflegelotse.de genannt. Basierend auf den jährlichen Überprüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK) werden hier die Pflegeeinrichtungen mit den entsprechenden Benotungen vorgestellt. Auffallend ist hier, dass fast ausschließlich alle Pflegeeinrichtungen, ambulanten Dienste, Tagespflegehäuser oder ähnliche Einrichtungen mit einer Note von 1 - 2 (Schulnotensystem) beurteilt wurden. Der Durchschnittswert in NRW liegt bei 1,2. Demnach müsste jede einzelne Einrichtung neben einer sehr guten Pflege auch eine sehr gute Betreuung haben. Dies ist nicht der Fall. Nur- wer weiß schon, dass man in die Berichte klicken kann, um die Einzelbeurteilung zu sehen? Bei einer "Sehr guten" Note schaut man nicht weiter....
Jede Einrichtung wird mit einem Prüfbogen besucht, welcher den tatsächlichen Zustand am Tage der Überprüfung beurteilen soll. Hier ist nicht wichtig, ob nach den erwarteten Strukturen gearbeitet wird, sondern lediglich, ob die Strukturen vorhanden sind. Das ist bei (fast) jedem Haus der Fall.10% aller Pflegebedürftigen in der Einrichtung oder im Ambulanten Dienst werden nach einem Zufallsprinzip ausgewählt und begutachet. Auch das ist kein repräsentatives Ergebnis. Nach einem Fall von Dehydration (Austrocknung) in einer Einrichtung hat die Heimaufsicht in Bonn eine weitere Überprüfung veranlasst, nachdem der MDK die Einrichtung mit 1,0 bewertet hat. Ergebnis: Von 60 Bewohner/innen waren gut 20 ausgetrocknet, eine lag sogar aufgrund dessen im Sterben.
Also: Sicherlich gut gemeint, aber nicht hilfreich.
Zu empfehlen ist eine Seite, die ähnlich wie Qype die Nutzer/innen zu Wort kommen lässt. Hier können eigene Erfahrungen in Einrichtungen, Krankenhäusern oder bei Ärzten öffentlich kund getan werden. Wenn diese Seite auch bei den *betroffenen* Dienstleistern (und nichts anderes sind sie: Dienstleister!) bekannt geworden ist, hoffe ich, dass man sich seiner Stellung bewusst wird und tatsächlich Dienst am Menschen als eine Berufung und nicht nur als einen Beruf ansieht.
Tipp: www.weisse-liste.de
Aus der Website: "Das Portal ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen. Die Weisse Liste ist kosten- und werbefrei."
Hier mitzuwirken und sich selber sowie den Anderen die Möglichkeit zu geben, sich zu informieren und zu vergleichen, sollte unterstützt werden! 

Freitag, 21. Juni 2013

Unwetter

Was für ein Tag! Nach drei Tagen fast unerträglicher Schwüle wurde es gestern dunkel. Erst grüngelb - dann grüngelbschwarz. Ein ungewöhnlicher Himmel, den ich in keinem meiner Fotos so auffangen konnte, wie er tatsächlich war. Wir standen im Büro und beobachteten die Wassermassen, die den Himmel verließen- und suchten einen Schirm, um einigermaßen trocken ins Auto und zu unserer Überprüfung zu kommen. Wenn wir gewusst hätten, was das für eine Autofahrt wird, wir hätten es sicherlich gelassen.
Von Beuel kommend sind wir auf der A565 Richtung Poppelsdorf abgefahren. Bis dahin war außer Starkregen nichts zu merken. Kurz hinter der Ausfahrt Poppelsdorf ein Stau. Nicht ungewöhnlich, hier staut es sich häufiger.
Langsam merkte ich jedoch, wie das Wasser auf der Straße höher wurde. Von hinten kam ein Rettungswagen, der sich seinen Weg Motorbootgleich zwischen den schwimmenden Autos suchte. Die Unterführung stand unter Wasser, nur langsam konnte man in den Bugwellen der anderen Autos mitschwimmen. Wir bereuten unseren Ausflug, waren jedoch schon fast in der Einrichtung angekommen- fuhren also weiter.
In der Einrichtung eingetroffen wurden wir mit Hektik begrüsst. Nicht nur der Keller stand unter Wasser, auch kam das Wasser durch die Balkontüren in die Zimmer und von dort durch die Decken geflossen. Mittlerweile war der Himmel über Bonn wieder blau- unglaublich schwüle 26 Grad ließen uns schwitzen (soviel Wasser....) als wir halfen, das Haus trocken zu bekommen. Nebenbei informierte ich mich über den Liveticker vom www.ga-bonn.de über die gesperrten Straßen in Bonn und Umgebung- fast minütlich wurden neue Meldungen hinzugefügt.
Müde und ausgelaugt war ich spät zu Hause, als der nächste Alarmruf eintraf- dieses Mal über das DRK: Eine erneute Unwetterfront wurde erwartet, die Feuerwehren waren noch lange nicht mit den Aufräumarbeiten des letzten Unwetters fertig- es fehlt an Personal.
Gegen 22 Uhr trafen wir vom DRK in der Feuerwache 1 ein, wurden auf die Notruftelefone eingewiesen und durften dort nun arbeiten. Ein Dank hier an die Berufsfeuerwehr, die so viel Vertrauen in uns "Ehrenamtler" gesetzt hatten. Es war eine spannende Erfahrung.
Andere DRK´ler verpflegten bis in die Nacht die Feuerwehrleute aus Bonn und der Umgebung auf der Feuerwache 3.
Irgendwann in der Nacht bin ich müde ins Bett gefallen.
Heute sitze ich im Büro, schaue in den blauen Himmel und kann mir das Bonn von gestern schon gar nicht mehr vorstellen. 

Dienstag, 18. Juni 2013

Spontanurlaub

Nicht ganz so spontan, weil ein wenig Vorlaufzeit für Buchungen notwendig sind- aber ein Wochenende wie Urlaub habe ich zuletzt erleben dürfen.
Mit Ryanair (Ich kenne die Kritik- und trotzdem...) für 19 Euro nach Montpellier, dort ein Mietwagen für 49 Euro vorbestellt und ab nach Beziers. Ein langer Freitag, erst arbeiten, dann um 20 Uhr der Flug- 1,5 Stunden- noch einmal 3/4 Stunde Autofahrt- aber DANN endlich "Urlaub".
Am Samstag früh aus den Federn- man möchte ja schließlich auch etwas vom Kurzurlaub haben :) Mit dem Auto ging es nach Cap d´Agde zum Jachthafen. Vorher... natürlich.... in einen Hyper-U, da ich meine Sonnenbrille in Deutschland vergessen hatte. Wer hat denn auch noch an Sonne geglaubt? Unglaubliche 34 Grad ohne nennenswerte Luftfeuchtigkeit- gut auszuhalten. 
Nun habe ich mir ein Boot gemietet- ein Motorboot- und habe einige Zeit auf dem Meer verbracht- in dem ich später auch kurz schwimmen.. naja...stehen...war. Das Wasser ist doch noch ziemlich kalt. Aber immerhin- ich war im Meer ;)
Abends lecker am Hafen essen gehen, den Tag ausklingen lassen und müde ins Bett fallen. 

Am Sonntag ging es nach Beziers- zu den neun Schleusen im Canal du Midi. Spannend zu sehen, wie die Schiffe durch die Schleusen geleitet werden. Ich hätte stundenlang dort bleiben können. Die Burg von Beziers hätte mich auch interessiert- aber da bin ich ehrlich: Um auf einen Berg zu steigen darf es für mich nicht mehr als 25 Grad haben :)
Ein kurzer Abstecher nach Valras (lohnt nicht) und zurück ging es nach Montpellier. Um 21:45 Uhr ging mein Flieger Richtung Frankfurt/Hahn - um 00:45 Uhr war ich (glücklich?) zu Hause. Und immer noch "Im Urlaub". Erstaunlich, dass so ein doch stressiges Wochenende so viel Erholung bringen konnte. 

Wenn ich das IRGENDWANN mal verstehen sollte, wieso ich hier keine Bilder hochladen kann, werde ich dies ändern und die eigentlich für diesen Blog gedachten Bilder einfügen. Oder eine neue Blogseite suchen :(



Freitag, 14. Juni 2013

Lernen, klug zu sein #Ironblogger

Erstes Ironbloggertreffen in Bonn. Zehn vollkommen unterschiedliche Blogger, soweit ich weiß auch alle auf Twitter, treffen sich um sich kennen zu lernen. Natürlich hat man sich vorher die Blogs wenigstens angeschaut, den ein oder anderen Post gelesen- und da schon festgestellt, dass man völlig aus der Reihe tanzt. Ich verfolge mit meinem Blog kein festes Ziel, mein Blog hat keinen roten Faden, ist weder intellektuell noch lehrend, sagt nichts über meine Kochkünste aus und ist im übrigen vollkommen technikfrei. Letzteres habe ich leider verpasst mit einzubringen: Vor zwei Jahren habe ich morgens um sechs gelernt, wie man einen Stecker zusammenbaut. Damit hat es sich für mich auch mit Technik. Ich kann noch nicht einmal ein Loch in eine Wand bohren. Mag auch an der fehlenden Bohrmaschine liegen- wer weiß. Ach so- und IT- SocialMedia oder sonstige Veranstaltungen werden - wurden- von mir nie besucht. Also auch das ist eher weniger hier anzutreffen- respektive gar nicht.
Nun also Ironbloggertreffen. Diese Menschen, bei denen ich immer das Gefühl habe, Mutter Natur hat bei der Erschaffung dieses einzigartigen Wesens- mich- etwas vergessen. Die Klugheit.
Nicht nur, dass ich neidisch bin über die Selbstverständlichkeit, mit der mir vollkommen unverständliche Blogs geschrieben werden- nein- es wird tatsächlich auch so geredet. Dazu kommt, dass jeder WEIß was er sagt. Es werden intellektuelle Talkshows, Filme, Serien oder naja- natürlich NUR Nachrichtensender angeschaut. Bis hin zu gar keinem Fernsehen. Man ist bewandert in Themen wie ähm ja. Würde ich gerne aufschreiben, hätte ich nicht die Themen wegen Unverständlichkeit vergessen. Das nächste mal tippe ich mit. Man studiert Dinge, dich ich schon in der Schule als erstes abgewählt habe und kennt prominente Menschen, deren Namen mir kein Begriff sind. Um auch bei den nächsten Treffen mitreden zu können bleibt mir denn wohl nichts anderes übrig, als mich in diese Welt zu begeben und meine Klugheit zu fördern. Also die, die ich nicht habe. Ich KÖNNTE natürlich über mein tägliches Essen bloggen- aber mal ehrlich: Wen interessieren Maultaschen, Hähnchengeschnetzeltes oder Eierspätzle mit Käse?
Alternativ könnte ich mich aus der Gruppe Ironblogger entfernen. Würde die Welt für mich einfacher gestalten.
Wenn da nicht der liebe Alkohol wäre... nach einiger Zeit kommt das zutage, was bei mir Alltag ist: Der normale Mensch, mit dem man lachen, Wortspiele spielen oder ironische Diskussionen führen kann. Und diese Menschen liebe ich.

Dienstag, 11. Juni 2013

Bonn

Als Bundeswehrkind hatte man es unter Umständen früher nicht sehr leicht- alle vier Jahre wurde umgezogen. Für mich war das weniger schön, Freundschaften konnten sich zwar aufbauen, wurden jedoch relativ schnell durch die Umzüge wieder zerstört. Heute merke ich oft, dass mir eine gemeinsame Kindheit oder Schulzeit mit anderen fehlt.
Kaum geboren, sind wir nach Trier gezogen. Daran kann ich mich - nicht erstaunt sein!- kaum erinnern. Dann ging es nach Düsseldorf. auch hier- kaum Erinnerung. Frankreich war die nächste Station- Montigny. Hier war ich im Kindergarten und in der Grundschule- zum Teil. Daran kann ich mich allerdings erinnern. Ich weiß noch, dass wir in Zweierreihen nach der Pause klatschend in den Unterricht mussten - und fand es damals schon albern. Fünfmal in der Woche vormittags französischer Unterricht, zweimal die Woche nachmittags Englisch und dreimal Muttersprachlich. Dass wir in dem Alter schon sprachlich so weit waren, fiel uns Kindern gar nicht auf. Meist konnten wir- wie auch ich- die Landessprache besser als die Eltern.
Von Montigny zogen wir nach Fontainebleau. Auch hier- Schule. Nichts besonderes demnach ;)
Nach Fontainebleau ging es nach Bonn- die Stadt, die ich lieben gelernt habe. Meine Eltern haben ein Angebot, nach Washington zu gehen, abgelehnt, da ich damals kurz vor dem Abi steckte- aber ich wäre auch gar nicht mitgegangen. Froh, mittlerweile alt genug zu sein um im Zweifel alleine leben zu können, habe ich beschlossen, zunächst einmal in Bonn zu bleiben. Meine Eltern sind weitergezogen - ohne mich. Heute noch bereue ich die Entscheidung nicht. Großstädte mag ich nicht, aber wenn sie in der Nähe sind, habe ich nichts dagegen. Dorfleben ist für mich auch nichts, aber Dorfleben in Bonn ist etwas wunderbares. So viel Grün wie in Bonn habe ich in kaum einer Stadt gesehen. Dass das Nachtleben nicht eines der prickelndsten ist, war mir egal- wofür haben wir Bonner denn Köln? Das Meer ist genau 2 Stunden entfernt- also ist ein Strandtag durchaus machbar. Die Berge fangen bereits im Rhein-Sieg-Kreis an. Die Rheinländer sind mit ihrer freundlichen und offenen Art schnell in mein Herz gekommen. Einige Dinge sind mir noch unklar- wie der rheinische Karneval- aber mitmachen kostet nichts ;)
Wenn auch meine Wurzeln nicht in Bonn sind- mein Herz ist es definitiv.